Dienstag, 21.05.2019 23:36 Uhr

Techno Classica Essen

Verantwortlicher Autor: Erich Hein Essen, 10.05.2019, 12:54 Uhr
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Die Welt des Automobils
Die Welt des Automobils  Bild: Erich Hein

Essen [ENA] 10. bis 14. April 2019: „Hauptstadt des Klassik-Universums“ Weltmesse die IAA für Oldtimer, die 31. Techno-Classica in Essen mit ca. 1.250 Ausstellern, rund 200 Clubständen, 20 internationale Automobilhersteller, rund 190 000 Besucher aus 46 Nationen, 2.700 Klassiker im Kaufangebot.

Die Leidenschaft zur Erhaltung des automobilen Kulturgutes; in unserer digitalen Welt, die sich rasant beschleunigt, findet immer mehr Zulauf. Nicht nur die Classic-Oldtimer und Prestige-Automobile im Hochpreis-Segment ziehen die Massen an, auch die Youngtimer-Szene legt zu. Mit mehr als 30 Prozent der erschwinglichen „plug and play“- Youngtimern belebt die Szene und den Handel.

Der Klassik- Markt hat sich beruhigt, ist berechenbarer geworden und hat sich auf ein hohes Niveau eingespielt. Das ist die Einschätzung der Handelsprofis schlechthin. Die Käufer sind kritischer geworden, bei realistischen Preisen finden sich auch rasch Käufer; O`Ton von Nick Aaldering, Geschäftsführer der niederländischen „Gallery Aaldering“ und verkaufte bereits samstags neun Oldtimer aus seinem Angebot im sechsstelligen Euro-Bereich von Asten Martin DB 4 bis hin zum Maserati 3500 GT Spider.

Davon profitierte auch der Techno- Classica Neuling Sports Classics London, Kuweit und Abu Dhabi. Einer von seinen sechs wertvollen Aston- Martin-Klassikern, ein perfekt restaurierter Aston Martion DB 5 Convertible wurde von der internationalen Experten- und Fachjournalisten-Jury des Veranstalters S.I.H.A zum „Best of Show“ gekürt. Eine Tradition der S.I.H.A., die einfach dazugehört. Sowie auch die Sonderschau, immer wieder Weltklasse in aufwendig gestalteten Rahmen. Dieses Jahr eine Homage an die „Tour de France Automobile Legends“, mit einer Ausstellung von Feerrari 250 Tour de France, Porsche 356 A 1500 GS Carrera ein Deutsch-Bonnet HBR 5 und Jaguar MK II in Rennversion.

Den großen Stellenwert der Techno-Classica nehmen die führenden Autohersteller zum Anlass ihre Marken in einem jedes Mal größeren Rahmen zu präsentieren. Mercedes-Benz Classic in Halle eins überrasche mit sechs Exemplaren des Forschungs- und Rekordfahrzeugs C 111. ALL TIME STARS (Fahrzeughandel vom M.-B.) brachte einen frühen 300SL „Gullwing“(W198) mit der Chassinummer 43, gefunden in einer Garage, komplett original – Karosserie, Glaskomponenten, Innausstattung, Antriebsstrang, Räder mit „Englebert- Competition“- Reifen, außer auf die Vorbereitung für die Lackierung,- einen originalen „Scheunenfund“, der Anfang März in Florida bei dem Amelia Island Concours `d Elegance großes Aufsehen erregte.

Das zweite Highlight: ein 280 SL „Pagode“ Baureihe 113, das zweite gebaute seiner Art. Ein gekonnter Schachzug um den Besuchern etwas ganz besonderes zu bieten. Volvo zeigte erstmals die neue S60-Premium-Limousine natürlich auch historische Klassiker aus ihrer Geschichte. Alfa Romeo enthüllte einen von auf zehn Exemplare limitierten Alfa Romeo Giulia Quadrifogolio Racing in Formel- 1-Teamfarbe. Jaguar Land Rover Classiss hingegen punktete mit einem Jaguar E-Type Zero (basierend auf dem Jaguar E-Type von 1960) mit Elektroantrieb. Sozusagen gewöhnungsbedürftig.

„Volkswagen als größter Automobilhersteller der Welt präsentiert seine Historie unter dem Motto: „Die Welt der Volkswagen Klassiker“. Eine gelungene Präsentation, vor allem ein unauffälliger blaue T1 Kombi, der 1961 als erster mobile „Blitzer“ in Niedersachsen zum Einsatz kam, zeigte sich nach einer 54jährigen Zeitreise von Garagen und Scheunen, verstaubt, aber mit dem Kultstatus schlechthin in Essen. Nicht zu vergessen Porsche, die mit ihrem Slogan „50 Jahre Porsche 914“ das 1969 als VW- Porsche 914 (Vierzylinderr- Mittelmotor) und als Porsche 914/6 (Sechszylinder- Mittelmotor) seinem Geburtstagskind huldigte.

Traditionell veranstalte das englische Auktionshaus Coys seine Versteigerung. Erstmals in Essen vor Ort, dass weltweit führende Klassik-Auktionshaus RM Sotheby`s mit Sitz in Bensheim und Kanada. Der Neuling brachte unter dem Slogan „The Youngtimer Collektion“ 80 sehr gut erhaltene Young Classics, wie BMW, Mercedes- Benz, Nissan und Rolls-Roys mit, um sie sprichwörtlich an den Mann zu bringen.

Die über 200 Oldtimer- und Markenclubs gehören neben Handel und Präsentationen zu Hauptattraktion der Messe. Die mit viel Liebe zum Detail und Herzblut gestalteten Stände repräsentieren den Oldtimer in seiner wahren Schönheit. Sie gehören zu der Messe wie die Luft zum Atmen. Denn wo sonst kann man das viel gerühmte „Benzingespräuch“ führen, fachsimplen oder einfach nur die „Gute alte Zeit“ wiederbeleben. Darüber hinaus lebt die Techno- Classica von dem übergroßen Angebot an Ersatzteilständen, Auto- Litaratur, Kunst in jeglicher Form, Lifestyl, Modellautostände und Klassik-Dienstleistungen.

Ihr Erfolgsrezept: Immer das neueste aus der internationalen Szene als Auslese des Besten aus allen Gebieten des Klassik- Hobbys den Besuchern zu präsentieren Hier trifft sich die Crème de la Crème der internationalen Klassik- Händler, die ihre Prestige- Automobile im überwiegend Hochpreis- Segment gekonnt in Szene setzten. Über 1250 Aussteller aus über 30 Nationen, die wichtigsten internationalen Auto- Hersteller nutzen die Messe als Plattform um ihre historisch- und seltene Exponate an ihren Ständen zu integrieren und die Begeisterung der Besucher mit einem Kaufvertrag zu krönen.

Essen wäre nicht Essen wenn es keine Sonderschauen und spektakuläre Präsentationen gäbe. Zum Jubiläum wurde dem Besucher eine Sonderausstellung der Weltklasse geboten. Anlässlich des 95-jährigen Bestehens der „24 Stunden von Le Mans“ zeigte man sieben Rennwagen wie den Porsche 911 RSR, Sauber- Mercedes C9 und BMW V12 LMR die zu den absoluten automobilhistorischen Leckerbissen gehören. Die 24- Stunden von Le Mans, der gut dreizehn Kilometer langen Highspeedkurs im Nordwesten Frankreichs, der zu fast 85% mit Vollgas gefahren wird strahlt noch heute eine ungebrochene Faszination aus.

Mit einer vielfachen Palette an repräsentativen und interessanten Ständen warteten die Traditionsbetriebe der Autoindustrie auf. Bei Porsche feierte man natürlich die nun 70 Jahre Sportwagen- Bau, die mit dem 356 im Jahr 1948 begann. Für Technikfreunde besonders interessant das Schnittmodell des Porsches Boxsters. Ein aktuelles Thema griff die Autostadt, wie immer mit einem großen Stand vertreten, auf, nämlich Antriebskonzepte. Fast alle Technologien aus dem eigenen Marken- Arsenal wurden demonstriert, wie ein VW- Bus mit Gasturbine, ein Bugatti mit Elektromotor, ein Audi- Kombi mit Hybridtechnik und ein Golf mit Dieselmotor.

Freude am Fahren, das Motto bei Volkswagen. Am gekonnt aufgemachten Stand konnte man interessante VW- Cabriolets im Prototypenstadium begutachten. VW Jetta, VW 411, VW 1500 und Karmann- Chia Typ 34 begeisterten und so manchen Kaufinteressent hätte dort gerne zugeschlagen. Bei Audi stand der jetzt fünfzigjährige Audi 100 im Fokus. Die Ingolstädter brachten auch einen der legendären Auto Union Rennwagen Typ D Gran Prix mit zur Messe, ein Modell das 1938 mit seinem v12- Mittelmotor Furore machte.

Mit einem imposanten und wie immer gut durchdachten Konzept erstrahlte die Halle 1 im Zeichen des Sterns. Mercedes- Benz nahm die neue G-Klasse zum Anlass auf fast 40 Jahre Geländewagengeschichte zurückzublicken. Gefeiert wurde auch bei Ford und BMW: Ford beging den 50zigen Geburtstag des Ford Escourt und Ford RS. Bei BMW M 1den 40zigsten mit einen Strassen- und Rennexemplar und dem 50zigsten der E9- Coupès. Wer bei Opel vorbeischaute wurde enttäuscht. Gerade mal drei Autos der Alt- Opel- Vereinigung standen einsam und verloren in Halle 2. Markenpflege trotz Übernahme durch Peugeot; Tradition sollte, jetzt erst recht, gepflegt werden.

Neben den traditionellen Klassikern wurden auch sogenannte „Exoten“ gesichtet. Bei Steenbuck stand ein skurriler Banjo GT von 1970, ausgerüstet mit einem V8- Motor von 4660 cm3 Hubraum, einer von 10 bis 15 gebauten Fahrzeugen. Auch einer von nur sieben gebauten Veritas C90 Scorpion von 1950, sowie ein Panther Rio, gebaut zwischen 1975 und 1977, deren Basis damals der Triumph Dolomite, dessen Karosserie entfernt und durch eine Aluminium- Haut ersetzt wurde, 36 mal verkauft und teuerer wie ein Mercedes- Benz 350 SE.

Zu den bei der Techno- Classica gepflegten Traditionen zählt ein Concours`d Èlegance, bei dem die schönsten, elegantesten und attraktivsten Händler- Klassiker durch eine internationale Jury aus Experten und Fachjournalisten gekürt wird. Auch die jährliche Coys- Auktion, bei der regelmäßig über 80 Sammlerautomobile unter den Hammer kommen gehört dazu. Nicht wegzudenken sind die rund 200 ausstellende Klassiker- Clubs und Interessengemeinschaften, die mit ihrer Kreativität und Engagement einer der Eckpfeiler der Techno- Classica darstellen.

Konzept ergänzend, die vielfältigen Angebote von Resttaurationsbetrieben, Zuliefer- Betrieben, Ersatzteilhändlern, Literatur und Accessoires- Verkäufern. Auffallend, die Grenze zwischen Klassiker und Neuwagen wird immer durchlässiger. So wurden die letzten gebauten Land Rover und die Mercedes G- Klasse direkt zu Klassikern. Genauso erlebt man dies bei den PS- Protzen, wie Ferrari, Lamborghini und Porsche. Daher sah man auch in Essen viele relativ junge Fahrzeuge, die die alten Vorkriegsautos immer mehr an den Rand drängen.

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